Ableismus ist nicht nur dann, wenn Menschen mit Behinderung etwas nicht zugetraut wird, sondern auch, wenn sie zum Beispiel für ihre Tapferkeit bewundert werden.
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Ich weiß. Die Ausgangsäußerung ist nicht so differenziert 😉
Die praktische Schwierigkeit besteht darin, eine Anerkennung-warum auch immer-auszusprechen ohne, dass sie auf die Behinderung bezogen wird bzw. gehört die Behinderung zu dem angesprochenen Menschen dazu.
Ich denke nicht, dass man (unbeholfene) Empathie-Versuche und Versuche positiver Kontaktaufnahme über Spiegelungsversuche irgendjemandem zum Vorwurf machen sollte.
Ganz im Gegenteil: Es könnte zu tatsächlichen Verstehen führen, würde man gegenseitig Wohlwollen unterstellen und üben.
Das sehe ich ähnlich, dennoch ist der Hinweis darauf, dass der Versuch so nun mal tatsächlich " verunglückt" wichtig. Vielleicht weniger als Vorwurf, eher als Hinweis. Viele sind in einem Umfeld aufgewachsen, das noch einem ganz anderen Sprachgebrauch entstammt, aber froh sind, sich davon zu lösen.
Diese Wahrnehmung ist allerdings eine individuelle. Als Ich-Botschaft, wie man selbst diese Äußerung zu diesem Zeitpunkt empfindet, jederzeit und von jedem als Rückmeldung für eine bessere Kommunikation hilfreich.
Allerdings nicht so als übergeneralisierte, "labelnde" Aussage.
Mmmhhh... das verstehe ich tatsächlich nicht. Ich bewundere Menschen für ihre Tapferkeit, die ich selbst vielleicht nicht immer aufbringen würde. Was ist da falsch dran?
Falsch wird es dann, wenn die Tapferkeit sich per se auf die Behinderung bezieht, in Formen wie "Damit könnte ich ja nicht umgehen", "Hut ab, dass du dich mit Gehhilfen auf den Weihnachtsmarkt traust, wo es doch immer so voll ist" oder auch "Toll, wie du trotz Behinderung arbeiten gehst".
Ah... danke. So wird ein Schuh draus, das kann ich nachvollziehen. Das hätte ich aber für mich auch nicht als tapfer definiert, sondern als Teilhabe - vielleicht erschwerte Teilhabe.
Leider gibt es nach wie vor viele unreflektiert Menschen, die solche "vergifteten Komplimente", die halt keine sind, raushauen und das "lieb meinen".
So wie bei "du bist echt gut, für eine/n..." immer das Minderwertige mitschwingt.
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Ich habe nichts gegen positive Berichte, nur sollte es halt ausgewogen sein.
Die praktische Schwierigkeit besteht darin, eine Anerkennung-warum auch immer-auszusprechen ohne, dass sie auf die Behinderung bezogen wird bzw. gehört die Behinderung zu dem angesprochenen Menschen dazu.
Leb damit😉
Ganz im Gegenteil: Es könnte zu tatsächlichen Verstehen führen, würde man gegenseitig Wohlwollen unterstellen und üben.
Allerdings nicht so als übergeneralisierte, "labelnde" Aussage.
So wie bei "du bist echt gut, für eine/n..." immer das Minderwertige mitschwingt.
Gibt es in anderen Bereichen ja auch. Leider.
Im Grunde vergleicht man ja mit sich selbst
"Was wäre wenn es mich trifft"
Vielleicht eher ein Problem, dass man es sich selbst nicht zutraut?