Aufgrund mir nicht vorliegenden Daten nur eher eine Vermutung: Ich schätze, dass die Inflationsrate 2024 maßgeblich von Lohnerhöhungen und "Nachwehen"(wie Steigerung von Versicherungsbeiträgen) ausging.
Zur Geldmenge: Die Quantitätstheorie ist die theoretische Grundlage des Zusammenhangs Geldmenge mit den Preisen. Sie geht von einer konstanten Umlaufgeschwindigkeit und konstantem Angebot aus, was beides nur in einem hermetischen Modell konstant ist.
Die Geldmenge ist gleichzusetzen mit der Nachfrage, da an dieser Stelle die Preisbildung geschieht. Also die erhöhte Geldmenge muss sich in erhöhter Nachfrage auswirken, bei einem konstanten Angebot. Dann gibt es auch einen Zusammenhang mit Preiserhöhung in der Fläche. Wir haben Konjunkturschwäche..
Ich würde aber immer mit gesundem Menschenverstand beurteilen und weniger mit Modellen aus der Ökonomie. Wie Du schon sagst: Komplexe Zusammenhänge, weshalb eine Ein-Faktor-Theorie mit einer Sekundärgröße (Nachfrage=Primärgröße) bezogen auf die Inflation der Realität nicht gerecht wird.
Die Argumentation funktioniert auch umgekehrt: Staatsschulden können sich beispielsweise durch Erhöhung der Nachfrage auf die Inflation auswirken, ohne dass die Geldmenge erhöht wurde, wenn Staatsanleihen an Banken verkauft werden und dort Geld an sich binden. Bilanzneutral so zu sagen.
Und da nicht jeder Konjunkturaufschwung eine Inflationswelle nach sich zieht, sondern eher Wachstumseffekte aufweist, wissen wir auch, dass in unserer modernen Volkswirtschaft das Angebot (in der Regel) skaliert werden kann und der Nachfrageüberschuss ausgeglichen wird.
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