Wer hat schonmal ein SPD-Wahlplakat mit QR-Code gesehen? Vermutlich fast jeder. Aber wer hat den Code schon gescannt? Ich habe mich gefragt, wie gut die Plakate funktionieren. Ein 🧵
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Was steckt eigentlich hinter der Idee? Sie kommt wie die ganze Kampagne von der Agentur Brinkert Lück. Die Codes sollen eine Brücke ins Digitale schlagen. Parteichef Klingbeil will damit "neue Wege gehen" und "Politik zugänglich und verständlich machen".
Ganz neu sind QR-Codes auf Plakaten aber nicht. Dass sie sich bislang nicht bei allen Parteien durchgesetzt haben zeigt: Ein durchschlagender Erfolg waren sie bislang nicht.
Ein Vorteil, den sich die SPD erhofft: Die Plakate können ganz verschiedene Botschaften aussenden, ohne jedes Mal ein neues aufhängen zu müssen. Geändert werden muss lediglich der Zielpunkt im Digitalen.
Der Nachteil: Nicht immer sind die Plakate ohne Scan verständlich. Ich finde, bei den Themenplakate hat die SPD einen guten Weg gefunden. Bei den Kandidatenplakaten fehlt mir eine eindeutige Botschaft, wenn ich den Code nicht scanne. Generalsekretär Miersch bewertet das auf Anfrage anders.
Wie wirken die Plakate auf Passanten? Ein Indiz wäre die Zahl der Scans. Ich habe dazu Fragen an die SPD gestellt. Die genauen Daten will die Partei aber nicht rausrücken. Offen bleibt die genaue Abrufzahl, aber auch welches Motiv am meisten gescannt wird und wie sich das über Zeit entwickelt hat.
Nimmt man 5000 Anrufe an, würde das bedeuten, dass täglich 2% aller Codes gescannt würden. Das ist nicht wenig, aber dafür, dass die ganze Kampagne darauf ausgerichtet ist, auch nicht besonders viel. Zudem scannen SPD-Anhänger womöglich häufiger als solche Leute, die man noch überzeugen will.
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